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MAOS ROTE GARDEN ? - 1968 ZWISCHEN KULTURREVOLUTIONÄREM ANSPRUCH UND SUBVERSIVER PRAXIS: KULTUR- UND MEDIENGESCHICHTLICHE ASPEKTE DER STUDENTENBEWEGUNG
2. Tagung des Interdisziplinären Forschungskolloquiums Protestbewegungen
4./5. Februar 2005, Universität Zürich, Deutsches Seminar
Veranstalter: Interdisziplinäres Forschungskolloquium Protestbewegungen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Seminar der Universität Zürich
Organisatoren: Martin Klimke (Historisches Seminar, Universität Heidelberg) Joachim Scharloth (Deutsches Seminar, Universität Zürich)
Förderer: Zürcher Universitätsverein, Initiative Lerndialog
Mit freundlicher Unterstützung der "Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)"
Die 1960er Jahre werden nicht mehr nur als Jahre des politischen Aufbegehrens angesehen, sondern auch als eine Zeit, in der in fast allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens alternative Symbolsysteme entwickelt wurden. Alternative Kleidungs- und Verhaltensstile, neue Formen des Wohnens und Zusammenlebens, die Destandardisierung der Sprache, die Subversion von Geschlechterrollen und die Entgrenzung des Theaters: all diese Entwicklungen indizieren einen fundamentalen Wandel kultureller Codes.
Ein Hauptthema der Tagung soll die Rekonstruktion dieser neuen kulturellen Codes und ihre Funktion für den politischen Protest sein. Die Tagung will aber nicht bei einer Beschreibung der neu entwickelten Symbolsysteme stehen bleiben. Sie ist insofern um eine neue Perspektivierung der Studentenbewegung bemüht, als sie auch die Techniken ihrer Hervorbringung und die Mechanismen ihrer Diffusion in den Blick nimmt. Dabei stehen zwei Perspektiven im Mittelpunkt: Zum einen soll untersucht werden, wie öffentliche Diskurse und performative Praktiken wie Happening, direkte oder subversive Aktion dazu eingesetzt wurden, traditionelle Codes zu kritisieren und neuen Symbolsystemen in der Öffentlichkeit Geltung zu verschaffen.
Zum anderen soll gefragt werden, welche Rolle den Medien bei der Vermittlung der neuen Sysmbolsysteme zukam, wie sie an der Inszenierung des Protests mitwirkten und so zu einer kulturellen Breitenwirkung der Studentenbewegung beitrugen. Dabei sollen insbesondere die Kritik der medialen Öffentlichkeit, die Entwicklung alternativer Medien und die Positionierung der APO-Aktivisten im Spannungsfeld von etablierter und alternativer Öffentlichkeit thematisiert werden.
Ein weiteres Ziel der Tagung ist es – in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Sozialarchiv Zürich –, die bislang nur rudimentär aufgearbeitete Studentenbewegung in Zürich und der Schweiz mit ihrer lokalen und nationalen Besonderheit in den Fokus einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu rücken. Dem kulturanalytischen Thema entsprechend soll die Tagung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen zusammenführen.
Teilnahme: Willkommen sind alle Nachwuchswissenschafterinnen und -wissenschafter, die sich mit den "langen" 1960er Jahren oder Protestbewegungen beschäftigen. Besonders freuen wir uns über Anmeldungen von Affiliierten des IFK, deren Kommen wir gerne logistisch unterstützen.
Anmeldung: Anmeldefrist ist der 15. Dezember.
Kontakt: Bitte senden Sie zur Anmeldung eine Email an Joachim Scharloth.
Tagungsgebühren: Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Organisatorische Informationen über Anmeldung, Unterkunft und Tagungsort finden Sie auf der Tagungshomepage.
Folgende Teilnehmer haben bereits zugesagt:
- Thomas Christen, Universität Zürich, Seminar für Filmwissenschaft
- Pascal Eitler, Universität Bielefeld, Historisches Seminar
- Kathrin Fahlenbrach, Universität Halle, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften
- Martin Klimke, Universität Heidelberg, Historisches Seminar
- Dorothea Kraus, Universität Bielefeld, Historisches Seminar
- Beate Kutschke, Universität der Künste Berlin, Institut für Neue Musik
- Dominik Lachenmeier, Universität Zürich, Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung
- Mia Lee, University of Michigan, History Department
- Dorothee Liehr, Universität Zürich, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
- Henning Marmulla, Universität Bielefeld, Historisches Seminar
- Joachim Scharloth, Universität Zürich, Deutsches Seminar
- Kristina Schulz, Universität Genf, Département de Sociologie
- Martin Steinseifer, Universität Giessen, Graduiertenkolleg Transnationale Medienereignisse
- Anita Ulrich, Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich
- Meike Vogel, Universität Bielefeld, Historisches Seminar / Universität Essen, Kulturwissenschaftliches Institut
- Carolin Welzel, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
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